Freikauf in der DDR – Häftlingsdeals!

Wussten Sie:

Das Geschäft mit den politisch Verfolgten,   freikauf und   den Flucht-willigen die im Zuchthaus landeten – 95 % wurden übrigens bei der Flucht geschnappt – wurde eingefädelt Ende 1962 von Konrad Adenauer und Rainer Barzel.

Zwischen Herbst 1963 – 1989 kaufte die BRD politisch Gefangene aus der DDR. Dies geschah inoffiziell und bedeutete Freiheit gegen Devisen. Das war 25 Jahre lang Deutsch Deutscher Alltag!

Es wurde Stillschweigen nach außen bewahrt von beiden Seiten. Auch die Westdeutschen Medien hielten sich zurück…

Offiziell gab es in der DDR gar keine politische Strafverfolgung…

Jedoch fast jeder 3. Häftling erlangte so die ersehnte Freiheit.

Die freigekauften Personen wurden mit Bussen (im Osten „Wunderbusse“ genannt) an die Grenze gebracht und auf verschwiegenen Waldparkplätzen an den Westen übergeben, und nach Gießen ins Aufnahmelager gebracht.

Damit das nicht auffällt, hatten sie drehbare Nummernschilder, die bei Grenzüberschreitung passend in West- oder Ostkennzeichen (per Knopfdruck am Armaturenbrett) gewechselt werden konnten.

Insgesamt wurden 33.755 politische Häftlinge für mehr als 3,4 Milliarden DM freigekauft!

Laut Schalk-Golodkowski sollen sogar rund 8 Milliarden D-Mark damals durch Freikauf in den Osten geflossen sein!!!

Erst war der Kopfpreis pro Person 30 (ein einfacher Arbeiter) – 40.000 DM. Ab 1977 erhöht auf 100.000 DM. Akademiker etc. 120/160.000 bis 200.000 DM und später wurde gegen Güter getauscht. Z. B. Mais, Kaffee, Butter, oder Kautschuk, Getreide, Erdöl, Südfrüchte, Kupfer und Industriediamanten, und neueste technische Geräte.

Die Bundesregierung musste auch „Gebühren“ für die Ausreise von etwa 250.000 Ausreisewilligen entrichten.

Die Einnahmen kamen nicht den Bürgern unter dem SED Regime zugute, sondern wurden dem Konto Bereich Kommerzielle Koordinierung (BKK) kurz „KoKo“ genannt, gutgeschrieben, aus dem sich die Staatsführung nach Gutdünken bediente. Die Waren auch gerne in andere Länder verkauft, so dass noch mehr Gewinn dabei herauskam…

Fakt ist jedoch, mit der Zeit wurden auf beiden Seiten Interessen bedient!

Normalerweise konnte die Haftstrafe für Republikflucht 2 – 5 Jahre dauern (später bis 8 Jahre), manchmal mit viel Glück 18 -22 Monate… Doch es gab immer einen Straferlass bei Freikauf, so dass manch einer bereits nach 12 Monaten freikam!

Im Westen gab es eine Vorschlagsliste Freikauf mit ständig 4 – 5000 Namen.

Die evangelische Kirche OST wurde in der DDR geduldet, und die Kontakte zwischen den Kirchen und Kirchengemeinden pflegte man sehr eng und rege.

Die evangelische Kirche WEST war sehr stark in diesen Freikaufprozess involviert, half bei der Abwicklung, und dadurch wussten etliche Flucht-willige bereits vor der Flucht, dass sie freigekauft werden, falls sie gefasst werden. Das erleichterte das Aushalten im Zuchthaus kolossal!

Es ist gut, dass das alles schon lange Zeit zurück liegt. Und sich bereits die heutige heranwachsende Jugend gar nicht mehr vorstellen kann was damals alles geschah, ja (fast) nicht glauben kann was passierte …  na „Geschichte“ halt …

Herzlichst

Natascha

PS: Vielen, vielen herzlichen Dank an alle die mir Zuspruch und tröstende Worte sandten, wegen Absage der Veranstaltung vom 30.10. 2019. Es ist besser so, glauben Sie mir!


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