Bücher können die Welt ein wenig besser machen.

Bei den wunderbaren Veranstaltungen von Natascha Michnow (Literatur- und Kulturfreunde Costa Blanca), kommt man in den Genuss besonderer Autorenlesungen.

Es sind meist  unbekannte Schriftsteller, die mehr Aufmerksamkeit für ihre Bücher verdient hätten.

Doch leider sind sie zu bescheiden, sich an einen Verlag zu wenden oder sie haben den Versuch aufgegeben.

Wer taucht heutzutage noch ein, in die Welt der Wortkunst und findet dort Seelenbalsam, Verständnis für die eigene Lebensphilosophie, Herzensbildung, Entspannung oder Spannung?

Wie gestaltet sich der Buchmarkt, wenn gesagt wird, dass es mehr Menschen zu geben scheint, die Geschichten schreiben, als es Leser gibt?

Zu viele Manuskripteinsendungen überfordern bei Verlagen das Eingangslektorat. Es gibt genügend Stammautoren und Neuautoren sind ein Risiko. Schade eigentlich, aber wirtschaftlich gesehen verständlich.

Bleibt die Frage: Welchen Leser kann ich in der heutigen Zeit für Bücher begeistern?

In der Welt, die mit Smartphone, PC, TV und anderen Reizen überflutet ist, wird es nicht einfach sein, die Menschen von der Überholspur des Business zu lenken, um sie von der Literatur zu überzeugen. Da bleibt wenig Zeit zum Lesen, in der hektischen New Life Generation.

Wer liest noch? Wer hat die Zeit dazu?Die Wirtschaft hat sich in vielen Bereichen auf den immer älter werden Menschen, auf die Generation 60Plus eingestellt. Sind das die letzten Leser, die irgendwann aussterben werden?

Hoffentlich nicht!

Wir, ob alt oder jung, sollten uns die Zeit für Bücher nehmen.

Die Literatur kann die Welt ein bisschen besser, schöner, romantischer machen und uns über die traurige Realität hinwegtrösten.

Ein Gast, der immer wieder gerne kommt.  und sagt: „Bücher können die Welt ein wenig besser machen.“

Dazu ein Artikel von Johannes Haupt unter www.lesen.net  vom 18.01.2018.

7 Gründe, warum sich Leser von Büchern abwenden.

Der deutsche Buchmarkt bröckelt, quer durchs Land und durch die Sortimente gehen die Umsätze zurück. Und: Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller, Jahr für Jahr werden mehr Leser zu Nicht-Lesern. Marktforscher sehen dafür eine ganze Reihe von Ursachen.

Im Auftrag des Branchenverbandes Börsenverein hat das Marktforschungsinstitut GfK den deutschen Buchmarkt vermessen und auf einer Fachtagung des Verbandes die Ergebnisse präsentiert. Und die haben es in sich. Gemäß der GfK gingen dem deutschen Buchhandel 6,1 Millionen Käufer verloren – und zwar nur in den Jahren 2012 bis 2016. Und der Trend setzt sich fort, allein im ersten Halbjahr kamen weitere 600.000 Nicht-Käufer hinzu (= Menschen, die in den letzten 12 Monaten nicht mindestens ein Buch kauften, in den 12 Monaten zuvor aber schon).

Verbliebene Leser geben mehr Geld aus.

Den Leser-Rückgang bekommt die Buchbranche mit voller Wucht zu spüren, die Umsätze sind seit Jahren rückläufig. Etwas abgefedert wird der Effekt allein dadurch, dass die verbliebenen Buchkäufer im Durchschnitt immer mehr Geld für ihr Hobby ausgeben. 2016 ließ jeder der noch 30 Millionen deutschen Buchkäufer rechnerisch 134,29 Euro in (Online-)Buchhandlungen, 2015 waren es noch 122,78 Euro.

Warum werden in Deutschland immer weniger Bücher von immer weniger Menschen gekauft? Die GfK hat in Fokusgruppen-Gesprächen sieben Gründe dafür identifiziert, die die Börsenvereins-Publikation Börsenblatt wie folgt zusammenfasst.

  1. Zeitknappheit durch wachsendes Angebot an Freizeitaktivitäten
  2. Aufmerksamkeitsdefizit durch “information overload”
  3. Abhängigkeit von digitalen Medien
  4. Verlust der Konzentrationsfähigkeit
  5. wachsende Bedeutung von Videostreaming
  6. gesellschaftliche Rolle des Bücherlesens wird schwächer
  7. die digitale (Arbeits-)Welt ist immer kürzer getaktet und setzt in wachsendem Maße die Bereitschaft zum Multitasking voraus

Zusammengefasst haben viele Menschen immer weniger Zeit und immer weniger Muße dazu, sich auf lange zusammenhängende Texte einzulassen. Und gesellschaftlich auch nicht notwendig, weil im Büro und auf Partys eher über die neueste HBO-Serie gesprochen wird als über aktuelle Spiegel-Bestseller.

  Mehr Zeit zum Lesen denn je – theoretisch.

Auf der Suche nach Hoffnungsschimmern verweist der Börsenverein darauf, viele Umfrage-Teilnehmer würden es bedauern, nicht mehr zum Lesen zu kommen. Wobei es natürlich tatsächlich eher eine Frage der persönlichen Prioritäten als eine der Freizeit ist, die nie so üppig ausfiel wie heute, aber eben mit vielen anderen Aktivitäten gefüllt wird.

Versuche aus der Branche, dem Umsatzschwund mit neuen und an die Konsumgewohnheiten angepassten Formaten entgegenzutreten, sind bislang gefloppt oder fristen ein Nischendasein (kurze serielle Formate). Tatsächliche Wachstumsfelder waren in den vergangenen Jahren interessanter Weise vor allem Formate, die traditionelle gedruckte Bücher 1:1 abbildeten, nämlich eBooks und Hörbücher (vor allem die ungekürzten Fassungen vornehmlich von Audibel). Ein Umstand, der die Entwicklung neuer Geschäftsfelder für Verlage und Händler nicht eben erleichtert. 

Das Buch wandelt sich leider immer mehr vom Kultur- zum Konsumgut!

Die Literatur- Qualität  ist nicht wichtig, denn der Bücherhandel ist ein 10-Milliarden-Euro-Geschäft. Wenige große Buchhandelsketten wie Thalia und Hugendubel bestimmen den Markt und zwingen den Verlagen ihre Konditionen auf, denn es geht nur noch um Umsatz! Kleinere Verlage (oft die Pioniere in der Literatur) können da nicht mehr mithalten.

Nur der Verbraucher hätte die Macht etwas zu ändern …

Ihre Natascha    (…aus Kulturzeit/Themen in 3 SAT)